Geburt

Drei Wochen ist Hannah jetzt schon auf der Welt. Und doch ist alles anders als beim ersten Mal. Wir waren wieder im selben Krankenhaus in dem auch Paula auf die Welt kam, sind vorbei gelaufen am selben Zimmer in dem wir damals mit Paula lagen, in dem uns unsere Eltern, also auch mein Vater besucht, haben. Aber diesmal ist er nicht mehr da. Ich weiß noch wie ich ihm gesagt habe das wir wieder schwanger sind. Da hatte er kaum noch Kraft, lag selber im Krankenhaus. Aber er hat die Nachricht aufgenommen, gesagt das er sich freut. Sein Gesicht in dieser Sekunde werde ich nie vergessen. So kraftlos.
Immer wieder muss ich daran denken, dass er nicht über sein eigenes Schicksal geweint hat, sondern darüber seine erste Enkelin Paula nicht aufwachsen sehen zu können. Das erfüllt mich immer noch mit tiefer Traurigkeit.
Jetzt beginnt die Adventszeit, aber die Besinnlichkeit liegt mir fern. Meine Mutter macht mir sorgen und ich werfe mir vor mich nicht genügend um sie zu kümmern. Aber Kind zwei beansprucht gerade viel Zeit. Ich freue mich sehr über Hannah und doch bin ich voller trübsal. Traurig darüber, das mein Vater nun so vieles nicht mehr miterleben darf, nicht mehr miterleben kann.
Und immer noch kommt mir das alles so unwirklich vor. Als ob ein Mensch zu dem man eine solch enge Bindung hatte nicht einfach so gehen kann, als ob er gar nicht weg wäre, als ob er immer noch da sei. Nur um festzustellen das es ihn nicht mehr gibt. Das zerreist mich. Immer wieder. Bei aller freude über das neue Kind. Das zerreist mich.

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