Therapiegespräch

Ich bin bei meinen Eltern in Sulzbach. Heute war das Gespräch mit dem Onkologen der angeschlossenen Privatpraxis in Bad Soden. Alles sehr nüchtern, sehr pragmatisch. Nicht nur von Seiten des Arztes, sondern auch von unserer Seite. Sowohl meine Mutter als auch mein Vater waren sehr ruhig, wenig emotional. Ich auch. Uns allen scheint der klare Fokus auf den Kampf, die Therapie zu helfen. Sich vorzustellen nach dem langen Warten in der Klinik, nach den Operationen die nicht direkt gegen den Krebs gerichtet waren jetzt etwas tun zu können.

Den Gedanken an die Perspektive, an die verbleibende Zeit blende ich momentan aus. Mein Vater auch, hat er mir neulich gesagt. Er denke gar nicht an den Krebs. Gut so. Für Traurigkeit ist jetzt keine Zeit. Eher schnellstmöglich das tun, was getan werden kann, schnellstmöglich mit der Therapie anfangen.

Die Fassungslosigkeit über die Diagnose bleibt, aber sie tritt ein wenig zurück, stellt sich in den Schatten des Mutes mit dem mein Vater ihr begegnet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s